wrack im hafen von Ushuaia
hallo zusammen!
seit wir das letzte mal aus Ushuaia geschrieben haben, ist ne menge passiert.. aber der reihe nach:
bei dem staendigen regen und wind hatten wir dann doch keine lust im nationalpark von feuerland zu campen, haben aber dafuer einen kleinen trek gemacht. sehr huebsch an der kueste entlang, durch maerchenhaften suedbuchenwald.

ausserdem haben wir uns trotz des schlechten wetters spontan entschieden doch das teure boot ueber den beagel-kanal, vorbei am fast letzten leuchtturm vor der antarktis,

zu der aufgrund der spaeten zeit schon geschrumpften pinguin-kolonie zu nehmen. kaum bei der insel angelangt, kam die sonne raus und man konnte die an die 1000 magellan-pinguine in der abendsonne beobachten.

dabei haben uns diese grossartigen voegel derart begeistert, dass wir in Punta Arenas (naechste station in chile, nicht mehr auf feuerland, aber noch an der magellan-strasse) dann noch eine kolonie besucht haben.. diesmal auf der isla magdalena mit 50.000 tieren.. die kolonie steht auch schon mal fuer bbc-dokus modell.


Beat, der schweizer mit dem wir seit dem trampen von El Bolsón unterwegs sind, und Thomas hatten sich seit einiger zeit in den kopf gesetzt, unbedingt in der magellanstrasse schwimmen gehen zu muessen.. tough, tough! es fiel zwar doch kuerzer aus als gedacht (voll freudiger reinrennen, flux tunken, laut prusten und schreiend wieder rausrennen), aber sie werden noch ihren enkeln davon erzaehlen. besonders amuesant war, dass das gerade ablegede schiff durch das geschreie auf die beiden aufmerksam wurde und kurzerhand den monster bordflutlichtstrahler auf die badenden richtete, hihihi!
schweinekalt und legendaer
von Punta Arenas ging es nach Puerto Natales, einem malerischen, gemuetlichen staedtchen voller bunter haeuser, dramatischer lichtstimmungen.. und touristen. es ist der hop off point fuer den beruehmten nationalpark "torres del paine". manche sagen, es sei der schoenste suedamerikas.. naja, jedenfalls sind das die landschaften, die man auf den geo-ausgaben zu patagonien und in all den schoenen bildbaenden bewundern kann. wir hatten uns schon gefragt, wo die sich verstecken.
eiligst machten wir von hier aus noch eine tagestour zum riesigen gletscher "Perito Moreno" wieder auf der argentinischen seite. ihr seht, wir bewegen uns jetzt auf den breitgetretenen pfaden patagoniens. es war wirklich beeindruckend! so viele schattierungen von schimmerndem weiss und klirrendem blau. ausserdem knackte und krachte es sehr laut im eis. zweimal konnten wir sogar eisbrocken abbrechen und mit donnern in den gletschersee fallen sehen.
wieder in Puerto Natales deckten wir uns mit kiloweise trockenfruechten, tuetensuppen und anderen schmackhaften fertiggerichten ein und machten uns fuer fuenf tage auf in den nationalpark. wir hatten extremes glueck mit dem wetter! sonnenschein, kein fieser wind, der sich in deinem meterhohen rucksack verfaengt und dich in die naechste gletscherspalte weht, mal ein paar tropfen, aber kaum der regenhose wert, fantastisch!

die laguna amarga begruesste uns am eingang des parks
einmal angekommen wurde flux das zelt aufgebaut und dann die erste etappe, zu den legendaeren torres (zu deutsch tuermen) bewaeltigt. teilweise doch extrem steil, wurde aber mit folgendem, wirklich erst in den letzten zwei metern ploetzlich auftauchenden ausblick entlohnt:
wir wanderten in den folgenden 5 tagen zunaechst durch die wirklich zauberhaften landschaften des sogenannten W-treks (er fuehrt in W-form um die granitberge herum), spaeter dann noch rauf bis zum pass, der hinter die berge fuehrt, entlang des Grey-gletschers und mit phenomenalen aussichten. hier ein paar eindruecke:

schmackhaftes wasser gab es immer in huelle uns fuelle, so dass wir es nicht schleppen mussten



runterkommende lawine im Valle Frances.. was fuer ein sound!

die Torres von hinten
huebsche fingerhuete

Alex beim ueberqueren einer vor 4 tagen runtergekommenen schneelawine
am ende war zwar etwas die luft raus und wir bekamen doch etwas schlechtes wetter, so dass sich der weg durch die windige steppe kaugummi-artig zog, aber wir waren maechtig stolz auf uns, in den 5 tagen ganze 120km gelaufen zu sein!!
die naechste grosse etappe war dann von Puerto Natales mit dem Navimag (ein mittelgrosse faehre) nach Puerto Montt, 4 lustige tage an bord, mit teilweise doch etwas rauherem seegang. frueher gab es keine moeglichkeit auf der chilenischen seite aus dem sueden raus zu kommen und dabei die schoenen fjorde zu bestaunen. Navimag erkannte seine chance und hat kurzerhand ein paar transport-schiffe fuer den tourismus "aufgeruestet". so nahmen wir das erste schiff in der nebensaison (entscheidend billiger!) und bekamen diesen kahn aus den 70ern, der ausser uns 150 passagieren noch einige laster kuehe an bord hatte.. bei gutem wetter kann das ja ganz nett sein. man haelt sich viel an deck auf, tuckert durch die an der engsten stelle nur 80m breiten fjorde, sieht gruene, unberuehrte natur, wasserfaelle, seehunde und schwarze albatrosse und friert auch garnicht so.. hatten wir aber nicht. es nebelte, goss und windete was das zeug hielt, so dass Thomas unaufhoerlich gegen einen haufen profis schach spielte und Beat und Alex trotzdem bei wind und wetter an deck rumzitterten und ab und zu von einem sonnenloch oder regenbogen beglueckt wurden. ausserdem wurden viele filme gezeigt, vortraege gehalten und dreimal taeglich essen serviert, so das die moral nicht sank.
fuer etwa 12h muss der schiff die behueteten fjorde verlassen und auf den pazifik rausfahren.. auf den "golfo de penas" (der golf der leiden).. der name ist programm und wir hatten auch noch das pech eines fiesen nordwindes, so dass es ordentlich zu schaukeln anfing... das ging nachmittags los, als gerade stilecht pirates of the carribean 3 lief und war noch recht ertraeglich, da man sich an der frischen luft prima an den geraden horizont klammern konnte. sobald der aber weg war, ging das.. aeh, fische-fuettern los.. zum essen tauchten dann nur noch etwa ein viertel der gaeste auf, die meisten lagen in embryonalstellung in ihren kojen. nachts wurde es richtig schlimm und die quer rutschenden sesseln im aufenthaltsraum rissen einige leute von den fuessen, klos spritzten und schwappten ueber, rucksaecke entleerten ihre inhalte, man hatte das gefuehl ploetzlich senkrecht zu liegen, ueberall aechzte und krachte es im metall .. sehr abenteuerlich! am naechsten tag erfuhren wir, dass wir bei krassen wellen z.t. etwa 30 grad schieflage hatten und auf einer skala fuer wind und wellen von 0 bis 12, doch ganze 7 erreicht hatten..
so war das auf dem schiff.
der fast schon gewohnte Regenbogen, klein zu sehen: die mit uns reisenden seekranken Kuehe
das 1970 auf einen Felsen gelaufene Geisterschiff
besagte Kuehe
die Fjorde, durch die es groesstenteils ging
das schoene archipel Chiloe war unsere naechste station, hier erkundeten wir hauptsaechlich die hauptinsel, die "hauptstadt" Castro, besuchten den nationalpark (zumindest die Alex) mit seinem kalten regenwald und schauten uns die wirklich schmucken hoelzernen Jesuitenkirchen an.
die beruehmten Stelzenhaueser von Chiloe
typisches Bild in Chiloe
Alex vor haesslichem rosa Hotel
spricht fuer sich... (halten Sie an, rauchen Sie eine)
und besagte Holzkirchen; von aussen...
und von innen
von Chiloe aus, wo wir auch noch laegern haetten bleiben koennen, fuhren wir weiter gen norden an den lago Calafquen. wir hatten in Ushuaia Melanie und Niko, ein deutsches paar auf weltreise, getroffen, die uns in das haus eine arbeitskollegen der beiden einluden. von dort aus sahen wir wieder den vulkan Villarica, den Thomas von Pucon aus, unserer ersten station in chile vor einem jahr, schon bestiegen hatte. der kreis schliesst sich..
wir gammelten bei schlechtem wetter fleissig rum, versuchten erfolglos zu fischen und spielten vor allem extensiv doppelkopf, yeah!
jetzt sind wir wieder in Pucon und treffen uns gleich mit Nicki, bei der wir letztes jahr untergekommen waren .. als alles anfing.
fuer alle, die uns gerne schon am flughafen abholen wollen, hier die benoetigten infos. wir kommen am 1.5. um 11h25 in frankfurt im terminal 2 an (fluggesellschaft iberia, santiago-madrid-frankfurt). wir freuen uns!
ein letztes mal liebste gruesse und BIS BALD! das fuehlt sich noch etwas merkwuerdig an..
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