GINGERS PARADISE!!


Hallo an Euch alle!
Ist ja jetzt doch ne gane Weile her, dass wir uns gemeldet haben, aber wir waren zwischendurch echt in der Pampa, und wenn wir mal im Netz waren, dann reichte es meist gerade fuer kurze Ueberlebensmail an besorgte Eltern und Orgakrams...Aber der Reihe nach:Die Zeit in La Paz ging ohne groessere Zwischenfaelle zu Ende, ich habe besonders die BigBand und das Jammen im Jazz Club sehr genossen! Die Arbeit im IDAI hat mich gen Ende doch immer mehr mitgenommen, so dass ich in der 4. Woche etwas verfrueht Abschied von meiner Gruppe genommen habe.

Alex erlebte waehrenddessen folgendes:

ja, mein zweiter aufenthalt in der damals sehr ausfuehrlich beschriebenen gemeinde verlief sehr angenehm. diesmal war ich spontanerweise als hauptverantwortliche mit zwei neuen voluntaeren aus den staaten dort, wir hatten genaue anweisungen und ich wurde als ansprechpartnerin sofort im dorf angenommen. ausserdem gab es keine alkoholexzesse mehr, waherend wir dort waren und alle hatten sich um ihre bienenvoelker gekuemmert: grossartig!
aus der wg in cochabamba fiel der abschied dann auch etwas schwer.. das war eben auch ein sehr interessanter haufen, die fast alle aufgrund von (voluntaer-) arbeit dort waren und tolle geschichten erzaehlen konnten.

So, Thomas wieder: Nach kurzem Aufenthalt mit Alex in ihrer WG in Cochabamba und weiterer kurzer Verzoegerung wg. Bankkartenauffrass durch den Bankautomaten nahmen wir dann endlich die weite Reise nach Santa Cruz auf (10h) + 2einhalb Stunden raus aus der Stadt, rein in die Pampa nach Bermejo, wo wir als einzigen Anhaltspunkt "ca. 2,3 Km vor dem Dorf bei der Haengebruecke und dem grossen Felsen" hatten; klappte aber alles super, der Busfahrer wusste ber der "puente colgante" sofort Bescheid und wir konnten den naechsten grossen Abschnitt unserer Reise antreten, die insgesamt knapp 6Wochen in "Gingers Paradise", einer Biofarm inmitten der schoensten Landschaft Boliviens, im subtropischen Osten Nahe Samaipata. Wir wurden sehr herzlich begruesst und trafen auch gleich auf Thomas, der auch aus Deutschland kam, um auch eine erstmal unbestimmte Zeit als Voluntaer zu arbeiten. Wie vorher per mail besprochen, verliessen uns die beiden Eigentuemer Chris und Sol mit Baby Ginger (2 Jahre alt) nach ca. 30 minuetiger Einweisung, um Sols Geburtstag in Santa Cruz zu feiern. Mit uns blieben zwei Belgier, die auch vorhatten zu bleiben (aber am naechsten Tag fuhren) und die zwei aelteren Kinder (Nova, 11 und Dzi, 9). So arbeiteten wir die naechsten zwei Tage unter der Aufsicht von Dzi und Nova, um am dritten Tag Sol und Chris wieder begruessen zu koennen.

Um alles ein bisschen kuerzer zu fassen (sonst wirds ewig lang): Die Zeit war einfach zauberhaft, wenn auch anstrengend (koerperlich). Wir schliefen in der von uns so getauften "Voluntaersbaracke", einer sehr einfachen Holzhuette, ca. 15 Minuten zu Fuss vom Haupthaus

entfernt, in dem die Turisten und die Familie schliefen. Ausser diesen beiden Haeusern gab es noch das Steinhaus, in dem die Kueche fertig und der Wohnteil fast fertiggestellt waren (siehe Bilder). Das Gelaende war riesig (alleine 2 Hektar Ackerland + Weiden). Alles war von Chris und Sol selber gebaut, inklusive Wasserversorgung aus kleinen Wasserfaellen in der Naehe, die hinter einem Tank und Stausystem ueber diverse Rohre zu den Haeusern geleitet wurden (und die wir diverse Male reparieren mussten, huefttief im Matsch Daemme wieder ausheben und danach ungefaehr 45 Ventile ueberpruefen und Rohre saubermachen....). Funktionierte aber alles in allem sehr gut. Strom gabs ueber Solarzellen auf dem Dach.
Das meiste an Essen wurde selber angebaut, zwei Kuehe (Laure + die namenlose Kuh, die bald ausgetauscht wird) gaben Milch fuer Kaeseherstellung, dulce de Leche und Diverses, zahllose Huehner produzierten Eier, die aber oft schneller von den Hunden (Gaia und Kali) gefunden wurden als von uns. Dann gabs noch zwei doofe Schweine, die eigentlich nur Abfalleimer waren. Zahllose Mango- und andere Fruchtbaeume sowie eigene Kaffepflanzen (haben das erste mal selber Kaffe gewaschen, geroestet und gemahlen) und Bienen ergaenzten das ganz hervorragend.
Was es nicht gab wurde einmal die Woche im 1 Stunde entfernten Marktkaff zugekauft.Den groessten Teil der Zeit verbrachten wir auf dem Feld mit dem Asadon (Hacke zum Umpfluegen und Loecher buddeln zum saehen) beim Umpfluegen, Saubermachen, Reihen ziehen und Loecher buddeln zum saehen, nebenbei stand Kichererbsen pfluecken, Pferdemist sammeln (Dung), am Steinhaus arbeiten, Kochen, bewaessern, saehen, waschen im Fluss und diverse andere kleine Aufgaben an. Die Gruppe war ganz hervorragend, Chris und Sol (sowie die Kinder nach der Schule) + Thomas und wir zwei beide bildeten ein ganz tolles Team!!
Wir haben auf jeden Fall wichtige Freunde hier gewonnen!!! Chris und Sol vertrauten uns nach 3 Wochen so weit, dass sie uns dreien die Fram und die Kinder fuer eine Woche ueberliessen, um nach La Paz und Cochabamba zu fahren um Geschaefte mit ihren Artesania-Arbeiten (selbstgestrickte Tuecher, Muetzen) zu beliefern (weitere Einkommensquelle). Diese Woche lief auch ganz hervorragend, endlich waren wir mal die "Herrscher im Paradies";-)
Um einen Eindruck zu vermitteln hier ein exemplarischer Tagesablauf::Morgens um 6.30 klingelt der Wecker, wir drei stehen auf und bringen auf dem Weg zum Haupthaus noch schnell einen Eimer Trinkwasser und Limonen vom Baum fuer frischen Saft zum Fruehstueck mit. Um 7 machen wir dann Fruehstueck zusammen, wonach Thomas und Thomas zum Melken gehen. Danach aufs Feld, wo die Sonne schon quaelend hoch steht und brennt um auf steinhartem Boden (weil die Regenzeit weiter auf sich warten laesst) rumhacken und versuchen, verdammt widerspaenstiges Unkraut zu entfernen, wonach Reihen gezogen werden und Mais und Hibiskus gepflanzt wird. Eine Person kocht waehrenddessen das Essen und putzt die Kueche, so dass es um 12.00 Mittagessen geben kann. Danach gehen wir alle zum Fluss, relaxen bis kurz vor drei und stehen dann nochmal drei Stunden auf dem Feld oder im Haus. Abends werden nochmal die Kuehe gemolken, jeden zweiten Tag Brot gebacken und dann Musik gemacht, Schach gespielt und relaxed. So um 12.00 wankten wir dann voellig erschlagen zu unserer Baracke, genossen die Hunderttausend Gluehwurmchen, schlenderten an Kuehen und unter mondbeschienen Bananen vorbei, rauchten noch eine letzte, sagten der grossen Spinne links in der Ecke gute Nacht....
Ach Richtig, ich vergass die grossartigen Chick-Pea-Freaks
zu erwaehnen: Thomas hatte zufaellig seine Querfloete dabei, und Chris spielte ganz hervorragend Gitarre und Mundharmonika, so dass wir innerhalb von 6 Tagen ein Programm von ca. eineinhalb Stunden drauf hatten und Chris schnell ein Konzert fuer uns in der naechsten Stadt organisierte, wo wir als Chick-Pea-Freaks auftraten und ein phaenomenales Konzert hinlegten (ein spaeteres zweites war dann nicht mehr so grandios, aber immer noch sehr nett!!).So, ich denk, die Beschreibung ist lang genug um einen Eindruck zu vermitteln und zu verstehen, dass uns der Abschied (besonders nach den letzten zwei Tagen, an denen wir hemmungslos faulenzten, weil wir davor ne Woche alles gemanaged haben) sehr schwer viel, war halt ne sehr intensive und dazu laenger als geplante Zeit. Haben sehr viele Anstoesse bekommen in zahllosen Gespraechen, Situationen und einfach beim Teil sein dieser fantastischen Familie. Inklusive dem anderen Thomas waren wir einfach wie fuer einander gemacht. So, genug geschwaermt. Danach duesten wir auf jeden Fall schleunigst Richtung Brasilien, um hargenau am Tag unserer ablaufenden Visums (90 Tage in Bolivien, wer haette das gedacht) und einen Tag vor dem nationalen Streik auszureisen.

















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