Bahia!!

hallo zusammen!!



vorweg wuenschen wir euch allen ein rundum gelungenes jahr 2008!!



wir sind immernoch in Brasilien, d.h. im moment in Itabuna, der heimatstadt von Adriana, mit der und ihrem mann Jan sind wir seit ende november unterwegs. in diesen sechs wochen waren wir ziemlich viel in Bahia (so heisst der bundesstaat und liegt an der atlantikkueste) unterwegs und haben echt viel gesehen bzw. gehoert..



ausgangspunkt unserer touren wurde, weil strategisch guenstig gelegen, Salvador, hauptstadt von Bahia und mit 3 millionen einwohnern die nach São Paulo und Rio drittgroesste stadt brasiliens. eine wunderschoen gelegene stadt mit riesiger strandpromenade voller palmen, tuerkisem wasser, einem leuchtturm, an dem oft grandiose konzerte stattfanden und einer huebschen altstadt voller haeuser im kolonialstil. der afrikaniche einfluss ist sehr stark zu spueren (der grossteil der von den portugiesen verschleppten sklaven aus westafrika landeten hier), die Candomblé-Religion, eine mischung aus afrikanischem goetterglauben und katholizismus wird praktiziert (ihre anhaenger tragen tradionell weiss), es gibt viel capoeria und in Pelourinho, der alt-/oberstadt (welkulturerbe der unesco) gibt's gaukelei, strassentheater und trommel-auftritte der olodum-schule (spaeter mehr). kurzum, die stadt ist total lebendig und macht spass! wir hatten das glueck in einem apartment eines freudes von Adriana untergebracht zu sein, das keine 5 min vom strand weg war.



erster anlaufpunkt nach Salvador war ein kleines dorf namens Mangue Seco (trockene mangrove), das sich etwa 200 km weiter noerdlich an der Linha Verde, einer von abertausenden kokospalmen flankierten kuestenstrasse, an der grenze zum naechsten bundesstaat befindet. schwer zu erreichen (bus, taxi, boot) und daher wenig touristisch, trotz der bilderbuchstraende und -sonnen-untergaenge. in der trockenmangrove wohnten viele sympathische winker-krabben, die gezeitenunterschiede waren recht extrem (auf dem sonnenuntergangsbild ist flut, das sehr sandige zeigt die ebbe), so dass man immer etwas aufpassen musste.. ueberall wasser: das hostel direkt am fluss, hinter den weissen duenen das meer, kilometerweise strand. die duenen waren ueberhaupt sehr ausgepraegt und palmen sollte es wirklich in deutschland auch geben! weil wir lust hatten zu campen, zogen wir fuer zwei naechte zu einem artesania-paar, die ihre ketten, ohrringe und armbaender am strand verkauften. das war recht interessant, denn die beiden (Gustavo und Isadora) waren buddhisten und wir stolperten am ersten morgen erstmal verbluefft in ihren murmelnden gebetszirkel vor mantra im schrein mit altar.. aber dementsprechend harmonisch, in sich ruhend und herzlich war unser aufenthalt dort auch.

Thomas und Adriana machten viel musik mit gitarre und gesang, bossa nova um genau zu sein (schliesslich ist sie die saengerin von seiner brasilianischen band!), wir zogen ausgiebig durch die duenen und baumelten in der haengematte. ein grossartiger aufenthalt!



kurz vor weihnachten trennten sich unsere wege vorruebergehend und Adriana fuhr zurueck nach Itabuna zu ihrer familie, Jan flog nach deutschland und wir beide fuhren nach Lençois, einem grossdorf bis kleinstadt im landesinnern von Bahia, umgben von tafelbergen und kleinen gebirgsfluessen. hier machten wir viele tagesausfluege zu fuss den fluss hinaufkrakselnd, badeten in natuerlichen, supertiefen flussbecken, fuhren zu den tafelbergen und bestiegen einen und liessen es uns alles in allem sehr gut gehen :) von dem in Salvador noch sehr praesenten (kunstschnee, verkleidete weihnachtsmaenner, plastikrentiere) weihnachtshype verschont zu bleiben, war mal sehr angenehm! bei weiterhin mindestens 30 grad, kommt auch wirklich nicht die richtige stimmung auf. in Lençois merkte man nur an den lauter aufgedrehten radios und dem erhoehten bierkonsum auf der strasse, dass ein besonderer tag ist.



einige tage vor sylvester fuhren wir mit dem catamaran von Salvador nach Morro de São Paulo, einem dorf auf einer insel (Tinharé). wirklich eine schoene insel, auf der es keine autos gibt, sondern alles mit schubkarren (taxi) ueber die sandstrassen tranportiert wird. uns wurde zwar gesagt, dass es touristisch sei und ueber neujahr bestimmt voll werden wuerde, aber dann waren wir doch baff! es war so teuer, dass wir fuer den preis fuer den wir normalerweise im hostel mit fruehstueck wohnten, campen mussten. unser platz war palmenbestanden und gross.. er verwandelten sich je naeher es auf sylvester zuging in eine ausgewachsene zeltstadt, in der jeder quadratmeter genutzt und es ausserdem sehr laut wurde. es gab massig hostels, modegeschaefte und restaurantes und vier straende, von denen der zweite der absolut stylische partystrand war. aufwaendig gestaltete bars und kneipen mit live musik oder electro lounge, caipirinha fuer ein vermoegen und unglaublich schicke menschen.. (aber dass hier die menschen sehr viel wert auf aussehen legen und sehr koeperbewusst sind, daran hatten wir uns schon gewoehnt. die maenner besonders in Salvador und auf Morro mit krassen muskeln, die frauen tragen generell selbstbewusst sehr kurze sachen (und zwar unabhanegig davon ob dick oder duenn), meist hohe schuhe, schmuck und schminke.) was wirklich sehr cool war, waren die cocktailstaende mit unendlich vielen exotischen fruechten. so konnten wir uns auch immer irgendwie fernab des trubels aufhalten. tags spazierten wir ueber die insel und machten ein schlammbad in rosa und gelb.. gut fuer die haut.



am sylvesterabend waren dann wirklich fast alle, inklusive uns, weiss gekleidet und der partystrand war ueberfuellt. die stimmung war super und keineswegs, trotz viel alkohol, aggressiv. es wurde viel getanzt und cocktails getrunken. um 24h gab es ein spektakulaeres feuerwerk von einem floss im meer aus (was sich nach kurzer zeit selbst in brand steckte und so dafuer sorgte, dass alle raketen in sehr kurzer abfolge und umso spektakulaerer losgingen). die leute gingen mit klamotten schwimmen um sich sozusagen vom alten jahr reinzuwaschen, warfen weisse rosen in die wellen und assen sieben weintrauben, sich bei jeder etwas wuenschend und heben nun die kerne fuer ein jahr auf. oder man sprang ueber sieben wellen, ebenfalls um sich etwas zu wuenschen. sehr nett!

So, an dieser Stelle muss mal etwas ueber die ganzen Konzerte gesagt werden, die wir so besucht haben, auch wenn die Namen der Bands und Artists wahrscheinlich nur den Subcutâneos etwas sagen werden. So sahen wir direkt am ersten Sonntag nach unserer Ankunft in Salvador am besagten Leuchtturm gleich ein Riesenkonzert von ganz verschiedenen Kuenstlern (ein Projekt von Calinhos Brown), unter anderem Olodum, einer wirklich sehr abgefahrenen Trommelcombo und -schule aus Pelurinho (hauptsaechlich fuer Kinder aus den Favelas, die kaum andere Perspektiven haben), Chico Cesar (Mama Africa!!), Margarethe Menezes , kurzum, es war einfach fantastisch, schweisstreibend und ein guter Einblick in das was beim Karneval (bei dem wir dann ja nicht mehr dort sein werden) noch alles passieren kann.
Oludum sahen wir auch nochmal (ein Jammer dass wir keine Fotos haben, die haben wirklich gerockt!!), ausserdem waren wir auf einem fantastischen Timbalada Konzert, bei dem wir alle schicke weisse Bemalungen auf die Arme und Beine bekommen haben (siehe Foto von der Alex) und mehr als 3h schwer das Tanzbein geschwungen haben, und dann noch der letzte Hoehepunkt zu dem spontaner- und gluecklicherweise auch Adriana mitkam: das Daniela Konzert. Daniela Mercury hat zunaechst ein paar Baladen gespielt, dann kam als Ueberraschungsgast Carlinhos Brown auf der Buehne, und mensch, was sind die abgegangen... Brown ist wirklich einer der imposantesten Musiker, die ich je gesehen habe! Super spontan, witzig, spielt alles (und wie!) und macht einfach gute Musik! Zu guter letzt gings bei Daniela auch nochmal richtig ab (wobei ein Pogo entsteht, der jedem Punk-Konzert die Ehre machen wuerde...). Zusammengefasst war unsere musikalische Reise allein schon den Brasilienaufenthalt wert!!
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ausserdem haben wir von Itauna aus noch einen tagesausflug in ein biosphaerenreservat in Una gemacht. hier gibt es den sehr seltenen atlantischen regenwald. tolle primaervegetation, lianen, bromelien und brettwurzeln!
highlight war, dass in etwa 25m hoehe untereinander durch haengebruecken verbundene plattformen angebracht waren und man sich so in der region nahe der baumkronen befand und von oben ins gruehe gewirr schauen konnte.
superschoen!!
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Und dank Adriana kam der Thomas auch noch zu einem kleinen Auftritt mit einer Band, die auch brasilianschie Populaermusik spielte. Zufaellig war das erste Lied prompt Jack Soul Brasileiro (was fuer ein Einstieg), und auch wenn ich den Rest der Lieder nicht kannte und auch die Musiker nicht verstand, war es doch ein superschoener kleiner Auftritt...



am 10. fliegen wir nach São Paulo und fahren aber direkt weiter nach Foz de Iguazu, den riesigen wasserfaellen zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay. von dort geht es dann mehr oder weniger direkt nach Buenos Aires!













2 Kommentare:

sascia hat gesagt…

phantastisch!! (das sagt eigentlich auch schon alles: über das inhaltliche, die bilder, dass ihr jetzt eine so eine seite habt..total gut!!) eure liebe freundin sascia

Anonym hat gesagt…

schöner Deutschland-Bikini! hihi...klingt ja alles super!
ich muss mich am montag mal zum mag melden, dann kann ich mich auch mal wieder anders mailden...